Wissenschaftliche Studien zur
Kardialen Stoßwellen-Therapie (CSWT)
Klinische Forschung
zur Wirksamkeit und Sicherheit der CSWT
Die Kardiale Stoßwellen-Therapie (CSWT) wurde in den vergangenen Jahren intensiv untersucht und in zahlreichen klinischen Studien mit Herzpatienten auch in Bezug auf deren Sicherheit geprüft. Die klinische Forschung zeigt durchgehend positive Effekte auf die Durchblutung, Gefäßneubildung und Herzfunktion.
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl bedeutender Studien, Untersuchungen und Meta-Analysen zur Herz-Stoßwellen-Therapie CSWT mit jeweils kurzer Zusammenfassung und direktem Link zu entsprechenden Arbeit.
Studien-Übersicht
In dieser randomisierten klinischen Studie mit 259 Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzkrankheit zeigte die Kardiale Stoßwellentherapie (CSWT) nach 12 Monaten eine signifikante Verbesserung des Gensini-Scores, der linksventrikulären Ejektionsfraktion sowie relevanter Laborparameter im Vergleich zur alleinigen medikamentösen Therapie. Die Kombination aus CSWT und EECP erzielte die stärksten Effekte hinsichtlich Koronarstenose, Herzfunktion und Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse. Die Therapie erwies sich als sicher und gut verträglich.
Link: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2772487526000048
In dieser prospektiven klinischen Studie zeigten Patientinnen und Patienten mit refraktärer Angina pectoris nach CSWT eine deutliche Reduktion von Angina-Symptomen und Nitratbedarf sowie eine signifikante Verbesserung der Belastbarkeit, der myokardialen Durchblutung und der Herzfunktion. Die Behandlung war gut verträglich, relevante Nebenwirkungen traten nicht auf.
Eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigt, dass Stoßwellen-basierte Therapien, insbesondere die extrakorporale kardiale Stoßwellentherapie (CSWT), zunehmend als innovative Ergänzung in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrachtet werden. Besonders bei chronischer Angina pectoris konnten positive Effekte auf Durchblutung und Symptomatik beobachtet werden. Insgesamt werden diese Verfahren als vielversprechend und sicher eingeordnet.
Diese Studie zeigt, dass die Kardiale Stoßwellen-Therapie (CSWT) gezielt Reparaturprozesse im Herzgewebe aktiviert, indem sie sogenannte Fibroblasten in gefäßbildende Zellen umwandeln kann. Über die Aktivierung des Rezeptors TLR3 werden genetische Programme neu angestoßen, die die Durchblutung verbessern und Narbengewebe reduzieren. Gleichzeitig konnte eine Verbesserung der Herzfunktion nachgewiesen werden. Die Ergebnisse liefern einen wichtigen Hinweis darauf, dass CSWT regenerative Prozesse direkt im Herzmuskel auslösen kann.
In einer randomisierten kontrollierten Studie wurde die Kombination aus Kardialer Stoßwellen-Therapie (CSWT) und Bewegungstraining bei Patienten nach Stent-Implantation (PCI) untersucht. Die Ergebnisse zeigen deutliche Verbesserungen der körperlichen Belastbarkeit (u. a. VO₂max), der Herzfunktion sowie günstige Effekte auf Entzündungs- und Gefäßparameter. Zudem konnte die myokardiale Ischämie reduziert werden. Die Studie unterstreicht, dass CSWT ein vielversprechender Baustein in der modernen kardiologischen Rehabilitation sein kann.
Eine aktuelle experimentelle Studie zeigt, dass die Kardiale Stoßwellen-Therapie (CSWT) gezielt sogenannte Exosomen – winzige Botenstoffe zwischen Zellen – aktiviert. Diese transportieren unter anderem die microRNA miR-98-5p, die nachweislich die Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese) fördert. Gleichzeitig wurden Zellschäden reduziert und die Zellviabilität verbessert. Die Ergebnisse liefern einen wichtigen mechanistischen Erklärungsansatz dafür, wie CSWT die Regeneration von geschädigtem Herzgewebe unterstützen kann.
In der Öffentlichkeit bekannteste klinische Studie der Universität Innsbruck (European Heart Journal 2024): 63 Patienten, randomisiert, sham-kontrolliert. CSWT zusätzlich zur Bypass-OP steigerte LVEF (+11,3 % vs. +6,3 %) und Gehstrecke signifikant – ohne Komplikationen.
Link: https://academic.oup.com/eurheartj/article/45/29/2634/7695522
Überblick: Mechanotransduktion als zentrales Wirkprinzip – Stoßwellen regen Heilungs-, Angiogenese- und Schmerzlinderungsprozesse an.
Meta-Analyse (10 Studien, 643 Patienten): Die CSWT verbesserte signifikant Ejektionsfraktion, LV-Durchmesser und Perfusion; keine schwerwiegenden Nebenwirkungen.
Link: https://www.frontiersin.org/journals/cardiovascular-medicine/articles/10.3389/fcvm.2022.932193/full
Meta-Analyse (26 Studien, 855 Patienten): Die CSWT verbesserte signifikant 6-Minuten-Gehstrecke, NYHA-Klasse, Angina-Symptome, LVEF und Lebensqualität. Keine relevanten Nebenwirkungen.
Link: https://cdn.publisher.gn1.link/bjcvs.org/pdf/v35n5a21.pdf
Humanstudie mit Angina pectoris-Patienten: CSWT verbesserte Angina-Symptome (CCS-Klasse) und zeigte eine Tendenz zur besseren Myokardperfusion in der Szintigraphie.
23 Patienten mit ischämischer Herzinsuffizienz erhielten eine 3-wöchige CSWT. Die Therapie verbesserte Blutfluss, Lebensqualität und NYHA-Klassifikation deutlich und aktivierte Gene, die an der Gefäßneubildung beteiligt sind.
In dieser klinischen Studie mit 26 Patienten führte CSWT zu einer signifikanten Steigerung der Endothel-Progenitorzellen sowie der Wachstumsfaktoren VEGF und IL-8 – ein Hinweis auf gesteigerte Gefäßneubildung.
Link: https://www.spandidos-publications.com/10.3892/etm.2015.2820
Randomisierte Studie (87 Patienten): Die CSWT reduzierte pathologische T-Wellen-Alternanz, verbesserte die Herzfrequenz-Variabilität und die Belastbarkeit – ein deutlicher Hinweis auf stabilisierende Effekte auf die elektrische Herzfunktion.
Klinische Studie (23 Patienten, Shanghai): CSWT verbesserte Angina-Symptome, NYHA-Klasse und Lebensqualität signifikant. Genexpressionsanalysen zeigten Aktivierung angiogener und antiinflammatorischer Signalwege (VEGF, CXCL).
Link:
Niedrigenergetische Stoßwellen reduzierten bei Ratten nach Herzinfarkt Entzündungen und Fibrosen und förderten die Kapillarbildung.
Tierexperiment: Die CSWT verringerte nach AMI die Fibrose und die Zahl zirkulierender Fibrozyten; funktionelle Herzparameter besserten sich entsprechend.
Prospektiv-randomisierte Doppelblindstudie: Patienten mit KHK zeigten nach 9 CSWT-Sitzungen signifikante Verbesserungen von Angina-Symptomen, Lebensqualität, Belastbarkeit und Ejektionsfraktion – bei exzellenter Verträglichkeit.
Diese experimentelle Studie zeigt, dass Stoßwellen die Regeneration von Nervenfasern und Muskelfunktion beschleunigen – ein klarer Hinweis auf die systemische Regeneration jenseits des Herzmuskels.
Klinische Studie bei pAVK: CSWT verbesserte die Gehstrecke, verhalf zur Schmerzreduktion und zur verbesserten Sauerstoffversorgung der Muskulatur bei pAVK-Patienten – und dies ohne jegliche Nebenwirkungen.
Link: https://www.jstage.jst.go.jp/article/circj/76/6/76_CJ-11-1216/_article
Randomisierte Studie an 32 Patienten mit ischämischer Herzinsuffizienz: Nach 3 Monaten zeigte die CSWT signifikante Verbesserungen der Herzleistung (LVEF ↑) und Lebensqualität – ohne relevante Nebenwirkungen.
Tierstudie: Stoßwellen aktivieren VEGF-C und bFGF, fördern Lymphgefäßneubildung – Beleg für gewebeübergreifende Regenerationseffekte.
In dieser placebokontrollierten Studie zeigten Patienten mit schwerer Angina pectoris nach CSWT eine deutliche Verbesserung von Brustschmerzen und Herzfunktion – ohne Nebenwirkungen.
Im Tiermodell konnte die CSWT die linksventrikuläre Funktion nach Herzinfarkt deutlich verbessern. Die behandelten Tiere zeigten eine höhere Ejektionsfraktion und erhöhte Kapillardichte.
Das Review zeigt: Stoßwellen aktivieren VEGF (vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktoren), sie fördern die Gefäßneubildung und verbessern die Myokardperfusion. Diese Arbeit ist eine Grundlage vieler klinischer Anwendungen in der Kardiologie.
Wegweisende Grundlagenarbeit: Stoßwellen aktivieren NO- und NF-κB-abhängige Signalwege und reduzieren entzündliche Zytokine – Schlüsselmechanismus auch für die Herzregeneration.
Im Tiermodell förderte die CSWT die Gefäßneubildung und Durchblutung bei kritischer Extremitäten-Ischämie – ein Beleg für das Prinzip der mechanotransduzierten Angiogenese.
In-vitro-Studie an menschlichem Herzgewebe: Stoßwellen stimulierten kardiale Vorläuferzellen zur Proliferation und Differenzierung – dies ist ein wichtiger Beleg für regenerative Prozesse im Herzmuskel.
In-vitro-Studie (Universität Verona): Stoßwellen führen zur Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) – dies ist entscheidend für die Gefäßerweiterung und die Entzündungshemmung.
Link: https://febs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1016/j.febslet.2005.11.023
Eine frühe tierexperimentelle Studie, die die Angiogenese- und Regenerationseffekte von Stoßwellen am Herzmuskel belegte. Diese Studie legte die Grundlage für die spätere klinische Forschung.
Eine weitere Schlüsselstudie (Circulation 2004): Diese Arbeit brachte erstmalig den Nachweis der Angiogenese im Herzmuskel durch CSWT – dabei erreichte man mit den Stoßwellen die komplette Funktionserholung im Tiermodell nach chronischer Ischämie.
Link: https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/01.CIR.0000148849.51177.97
Grundlagenforschung: Stoßwellen erzeugen NO nicht-enzymatisch – dies ist ein Schlüsselmechanismus für vasodilatatorische und regenerative Effekte.
Link: https://febs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1016/S0014-5793%2802%2902807-7
Eine frühe Übersichtsarbeit zur therapeutischen Nutzung von Ultraschall in der Kardiologie – diese Arbeit beschreibt die Grundlagen der mechanischen Effekte (Mechanotransduktion), darunter Scherkräfte und Mikrozirkulationsverbesserung, wie sie später in der CSWT genutzt wurden und werden.
Ebenfalls eine frühe klinische Studie, die zeigt: Stoßwellen verbesserten Mikrozirkulation und Schmerzsituation bei Patienten mit Durchblutungsstörungen der Beine. Diese Studie ist auch eine Grundlage für spätere kardiale Anwendungen.
Dies ist eine sehr frühe Gefäßstudie an menschlicher Aorta: Stoßwellen führten selbst bei hohen Energiedichten zu keinerlei strukturellen oder histologischen Schäden – und erbrachten so den ersten Nachweis der Gewebesicherheit.
Link: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/000331979804900901
Hinweis: Diese Studienliste zur CSWT erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Studien und wissenschaftliche Arbeiten werden in diesem Bereich sukzessive eingepflegt.