Neue Studie CSWT – und was können Patienten erwarten?
Kardiale Stoßwellentherapie CSWT - aktuelle Studie zu Angina pectoris - Dr. Meyer - Schlosspraxen in Hachenburg

Kardiale Stoßwellentherapie (CSWT): Was zeigen aktuelle Studien zu Belastbarkeit, Symptomen und Lebensqualität?

Höchst relevante neue Studiendaten ordnen ein, was Patienten mit refraktärer Angina pectoris von der CSWT erwarten können

Für viele Menschen mit chronischer koronarer Herzkrankheit (KHK) ist der Weg der Therapie derzeit klar definiert: Medikamente, Katheter-Verfahren, Bypass-Operationen. Doch es gibt eine Patientengruppe, für die diese Optionen ausgeschöpft sind – Menschen mit sogenannter refraktärer Angina pectoris. Sie leiden weiterhin unter belastenden Brustschmerzen, eingeschränkter Belastbarkeit und deutlichen Einschränkungen der Lebensqualität, auch wenn oder obwohl alle leitliniengerechten Behandlungen ausgeschöpft wurden.

Genau für diese Patientengruppe rückt die Cardiac Shock Wave Therapy (CSWT) – im Deutschen Kardiale Stoßwellen-Therapie genannt – , seit einigen Jahren zunehmend in den Fokus der wissenschaftlichen Forschung. Eine neue klinische Studie liefert nun weitere wichtige Daten dazu, welche Veränderungen Patienten unter dieser nicht-invasiven Therapie erfahren können, die wir in den Schlosspraxen Meyer als erste niedergelassene Facharztpraxis in Deutschland anwenden.

Kardiale Stoßwellen-Therapie (CSWT) – ein anderer therapeutischer Ansatz

CSWT - Stosswellen-Therapie - Meyer

Die Kardiale Stoßwellen-Therapie CSWT verfolgt ein anderes medizinisches Prinzip als klassische interventionelle Verfahren. Statt Gefäße mechanisch zu eröffnen oder zu überbrücken, zielt sie darauf ab, körpereigene Regenerations- und Anpassungsprozesse im Herzmuskel anzuregen.

Die Behandlung erfolgt ambulant, ohne Narkose, ohne operative Eingriffe. Niedrigenergetische Stoßwellen werden gezielt auf schlecht durchblutete Areale des Herzmuskels appliziert. In der Forschung wird angenommen, dass diese mechanischen Impulse Prozesse der Mikrozirkulation, Gefäßneubildung und endothelialen Funktion stimulieren können.

Was dies für Patienten konkret bedeuten kann, lässt sich jedoch nicht allein aus theoretischen Modellen ableiten – entscheidend sind klinische Daten.

Neue klinische Studie: Wirksamkeit und Sicherheit der CSWT bei refraktärer Angina pectoris

Die aktuelle Studie, veröffentlicht im Fachjournal „Vascular Health and Risk Management“, untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit der Cardiac Shock Wave Therapy, kurz: CSWT, bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit und refraktärer Angina pectoris.

Eingeschlossen wurden 65 Patienten, die für weitere Katheter-gestützte oder chirurgische Revaskularisationsverfahren nicht mehr geeignet waren. Die Teilnehmenden wurden über einen Zeitraum von sechs Monaten nachverfolgt. Untersucht wurden sowohl subjektive Symptome als auch objektive klinische und bildgebende Parameter.

Studie zeigt deutliche Veränderungen bei Angina-Symptomen und Medikamentenbedarf

Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft die Häufigkeit von Angina-Anfällen. Vor Beginn der CSWT berichteten die Patienten im Mittel über mehr als sechs Angina-Episoden pro Woche. Nach Abschluss der Behandlung sank diese Zahl auf unter eine Episode pro Woche.

Parallel dazu reduzierte sich auch der Bedarf an kurz wirksamen Nitraten deutlich. Diese Medikamente werden häufig eingesetzt, um akute Brustschmerzen zu lindern. Die deutliche Abnahme des Nitratverbrauchs deutet darauf hin, dass viele Patienten im Alltag weniger belastende Symptome verspürten.

Auch die klinische Einordnung der Beschwerden verbesserte sich: Sowohl die CCS-Klassifikation der Angina pectoris als auch die NYHA-Einstufung der Belastbarkeit zeigten signifikante Verschiebungen hin zu milderen Stadien.

Mehr Belastbarkeit im Alltag – klinische relevante Ergebnisse zur Leistungsfähigkeit im Alltag

Neben den subjektiven Symptomen wurde in der Studie auch die körperliche Leistungsfähigkeit objektiv erfasst. Im 6-Minuten-Gehtest, einem etablierten Maß für die alltagsrelevante Belastbarkeit, legten die Patienten nach der CSWT im Durchschnitt mehr als 100 Meter zusätzlich zurück.

Diese Verbesserung ist klinisch relevant, da sie nicht nur Laborwerte oder Bildgebung widerspiegelt, sondern die tatsächliche körperliche Leistungsfähigkeit im Alltag.

CSWT-Therapie in der Studie: Verbesserungen der Herzfunktion und Durchblutung

Besonders aufschlussreich sind die bildgebenden Ergebnisse der Studie. Mithilfe der Echokardiographie zeigten sich Verbesserungen der linksventrikulären Funktion, unter anderem gemessen an der Ejektionsfraktion und der globalen longitudinalen Dehnung (GLS). All dies sind Parameter, die Aufschluss über die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels geben.

Darüber hinaus wurden nuklearmedizinische Untersuchungen (SPECT) durchgeführt, um die myokardiale Durchblutung zu beurteilen. Hier zeigte sich eine deutliche Reduktion von Perfusionsdefekten, insbesondere in zuvor schlecht durchbluteten Arealen. Diese objektiven Messungen stützen die Annahme, dass die CSWT-Therapie die Durchblutung des Herzmuskels positiv beeinflussen kann.

Sicherheit der Kardialen Stoßwellentherapie: Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet

Ein zentraler Aspekt jeder neuen Therapie ist die Sicherheit für die Patienten. In der vorliegenden Studie traten, wie auch in anderen Studien zuvor oder auch in unserem Praxisalltag, keine relevanten Nebenwirkungen auf. Es wurden weder Herzrhythmusstörungen noch behandlungsbedingte Komplikationen oder Todesfälle berichtet. Auch laborchemische Marker für Herzschädigungen blieben unauffällig.

Neue CSWT-Studie: Wie lassen sich diese Ergebnisse einordnen?

Wichtig ist eine nüchterne Einordnung: Bei der Studie handelt es sich um eine einarmige klinische Untersuchung ohne Kontrollgruppe. Die Ergebnisse zeigen deutliche Verbesserungen, erlauben jedoch keine Aussagen im Sinne eines Wirksamkeitsnachweises nach streng arzneimittelrechtlichen Kriterien.

Gleichzeitig fügen sich die Daten konsistent in die bestehende Studienlage ein. Internationale Übersichtsarbeiten, Metaanalysen und aktuelle Leitlinien – unter anderem der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie – führen die CSWT als potenzielle Therapieoption bei refraktärer Angina pectoris, wenn etablierte Verfahren ausgeschöpft sind. Damit bestätigt die Studie das bislang bekannte günstige Sicherheitsprofil der CSWT, insbesondere im Vergleich zu invasiven Verfahren.

Wenn Studienergebnisse im Alltag greifbar werden: Ein Patient berichtet

Wie sich die in Studien beschriebenen Effekte im Alltag anfühlen können, zeigt auch das Fallbeispiel eines Patienten, der im Rahmen eine europäischen Studie zu Wort kam. Der Patient mit langjähriger koronarer Herzkrankheit und ausgeprägter Angina pectoris berichtete vor Beginn der CSWT über eine stark eingeschränkte Belastbarkeit. Bereits kurze Gehstrecken führten zu Brustschmerzen, regelmäßige Nitratgaben gehörten zum Alltag, körperliche Aktivität war kaum noch möglich.

Im Verlauf der CSWT-Behandlung schilderte der Patient schrittweise Veränderungen. Die Häufigkeit der Angina-Anfälle nahm ab, die Belastbarkeit im Alltag verbesserte sich, und einfache Aktivitäten wie Spaziergänge wurden wieder möglich. Auch der Bedarf an Akutmedikation ging zurück.

Wir betonen ausdrücklich, dass es sich hierbei um eine individuelle Erfahrung handelt. Doch solche Beobachtungen decken sich mit den Ergebnissen aktueller Studien, in denen ebenfalls über eine Reduktion von Angina-Symptomen, eine verbesserte Belastbarkeit und eine gute Verträglichkeit der CSWT berichtet wird. Gerade diese Verbindung aus klinischer Forschung und ärztlicher Erfahrung trägt dazu bei, neue Therapieansätze verantwortungsvoll einzuordnen.

Einordnung der neuen Studienergebnisse: Was bedeutet dies für unsere Patienten?

Die Studie zeigt also, dass die Patienten unter der Kardialen Stoßwellen-Therapie (CSWT) messbare Verbesserungen ihrer Symptome, Belastbarkeit und Herzfunktion erfahren können. Sie weist allerdings auch darauf hin,  dass die CSWT jedenfalls heute noch kein Ersatz für etablierte Therapien ist, sondern eine ergänzende Option für ausgewählte Patienten darstellt.

Ob eine CSWT jeweils in Einzelfall sinnvoll ist, hängt auch stets von der individuellen Ausgangssituation, der bestehenden Herzerkrankung und einer sorgfältigen ärztlichen Abwägung ab.

Fazit: Die CSWT ist eine sanfte Therapie mit wachsender wissenschaftlicher Basis

Die neue Studie liefert wichtige Hinweise darauf, dass die Kardiale Stoßwellentherapie (CSWT) bei schwer behandelbaren Herzpatienten zu klinisch relevanten Verbesserungen beitragen kann – bei gleichzeitig sehr guter Verträglichkeit.

Für viele Betroffene, bei denen klassische Therapien an ihre Grenzen stoßen, eröffnet sich damit ein zusätzlicher, nicht-invasiver Behandlungsansatz, der zunehmend wissenschaftlich untersucht wird.

Die neue Studie finden Sie in unserem Bereich „CSWT-Studien“:

CSWT-Studien

oder hier per Direkt-Link:

https://www.dovepress.com/article/download/108597